Schwerpunkte im Agrarstudium

Schwerpunkte im Agrarstudium

 

Nutzpflanzenwissenschaften

Im Jahr 2021 umfasst die pflanzenbauliche Forschung und Lehre alle Einflussfaktoren pflanzenbaulicher Maßnahmen (Boden, Klima, Pflanzenbau, Pflanzenernährung, Phytomedizin – klassisch, molekular –, Züchtung –klassisch, molekular -, Verfahrens- u. Landtechnik, Ökologie), welche die Pflanze und ihre Ertragshöhe im Rahmen verschiedener, sich gegenseitig beeinflussender Umweltaspekte in den Mittelpunkt des Interesses stellen. In der Forschung finden zunehmend auch Nachhaltigkeitsfaktoren Berücksichtigung. Daher wird eine fachübergreifende, biologisch, ökonomisch und ökologisch orientierte Weiterentwicklung von Anbausystemen angestrebt, die sich sowohl durch ertragliche wie auch umweltverträgliche Effekte auszeichnet. Im Prinzip geht es darum, notwendige anbautechnische Maßnahmen und Korrekturen in Kulturbiozönosen unter Erhaltung bzw. Reaktivierung oder Änderung natürlicher Prozesse mit einem Minimum an externem Aufwand vorzunehmen und dabei nach Möglichkeit eine Kombination miteinander verträglicher und synergistisch-nachhaltiger Maßnahmen zu entwickeln und nach Überprüfung in der Praxis mit Nachdruck anzuwenden. Die gegebenen Anforderungen erfordern eine intensive, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Koordinierung von Forschungsaktivitäten im Bereich des Pflanzenbaues und der Umwelt.

Das Studium beginnt im Bachelorstudiengang im Rahmen der Propädeutik (1. Semester) mit einem Botanischen Praktikum und Vorlesungen zu den Grundzügen der Botanik, der Allgemeinen Chemie und der Übung und Vorlesung „Einführung in die Statistik“. Im Bachelorstudiengang (3. Semester) werden die Grundlagen der Landtechnik, der Pflanzenernährung und der Phytopathologie sowie des Pflanzenschutzes vermittelt. Im weiteren Studiengang (4. - 6. Semester) erfolgt die Wissensvermittlung des Acker- und Pflanzenbaues, des Grünland- und Futterbaues, des Ökologischen Landbaues, des Nährstoffhaushalts und Düngung von Böden, des Allgemeinen und Chemischen Pflanzenschutzes, der Unkrautbiologie und –bekämpfung, der Molekularen Phytopathologie, des Sachkundenachweises Pflanzenschutz, der Bodenökologie, des Bodenschutzes und der Anorganischen und Organischen Schadstoffe in Böden. Im Masterstudiengang (6. – 8. Semester) wird das Wissen über Methoden zur Züchtung von Feldfrüchten, Molekulare Grundlagen der Wirt-Parasit-Interaktion, Epidemiologie und Schadensdynamik von Krankheitserregern und Schadtieren (Phytopathologie), Modellbildung und Systemanalyse im Acker- und Pflanzenbau, Modellbildung und Datenanalyse im Acker- und Pflanzenbau, Ernährungsphysiologie der Pflanze, Biochemie und Molekular Pflanzenernährung, Pflanzen-Boden-Mikrobiom-Interaktionen für eine nachhaltige Landwirtschaft sowie über Weidesysteme für Milchvieh in Europa vermittelt. Zudem wurde der internationale Studiengang AgriGenomics etabliert. Darüber hinaus werden unterschiedlichste Wahlmodule angeboten, die der/die Studierende fach- und fakultätsübergreifend zusätzlich zur erweiterten Wissensaneignung wählen kann.

In diese Zeit, und vermehrt in die 80er Jahre bis heute, fallen neben Forschungsarbeiten über produktionsbiologische und -technische Teilbereiche vor allem auch Arbeiten aus dem Bereich des Umweltschutzes. Als Beispiele seien genannt: Minderung von Bodenerosionen; Standortgerechte Produktion und Minimierung von Fehlentscheidungen; Abwasserreinigung mittels Wasserpflanzen; Konservierende Bodenbearbeitung; Einsatz von Biotechnologie zur Produktion insektenparasitärer Nematoden für die biologische Bekämpfung von Schadinsekten, der verbesserten Resistenzeigenschaften gegenüber pilzlichen Pathogenen,  genetische Aufklärung von Wirt-Parasit-Interaktionen, Implementierung von Resistenzgenen mittels der Crispr-Methode, erste Aufklärung der umfangreichen Interaktionen von Bodenmikrobiomen auf die Leistungsfähigkeit der Pflanze, Leistungsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Agrarlandschaft aus ökologischer Sicht, u.a..

Die interdisziplinäre Forschung tritt zunehmend in den Vordergrund, um die multifaktoriellen, komplexen Zusammenhänge wissenschaftlich aufklären zu können. Als Beispiel ist das Konzept des Zentrums für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) zu nennen. Der Zusammenschluss von Forschungsgruppen der Medizinischen, der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen sowie der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bildet eine idealtypische Struktur hochspezialisierter molekularbiologischer und molekulargenetischer Forschung. Ziel ist die Aufklärung und das Verständnis der molekularen Diversität in biologischen Systemen sowie das Interesse an der Funktion von Barriereorganen als entscheidende Interaktionszone zwischen komplexen Organismen und ihrer Umwelt. Das neu gegründete interdisziplinäre Zentrum für angewandte Lebenswissenschaften – Kiel Life Science (KLS) – vernetzt an der CAU Forschungen aus den Agrar- und Ernährungswissenschaften, den Naturwissenschaften und der Medizin. Es bildet einen von vier Forschungsschwerpunkten an der Universität Kiel und will die zellulären und molekularen Prozesse besser verstehen, mit denen Lebewesen auf Umwelteinflüsse reagieren. Im Mittelpunkt der Forschung stehen Fragen, wie sich landwirtschaftliche Nutzpflanzen an spezielle Wachstumsbedingungen anpassen oder wie im Zusammenspiel von Genen, dem individuellen Lebensstil und Umweltfaktoren Krankheiten entstehen können. Gesundheit wird dabei immer ganzheitlich im Kontext der Evolution betrachtet.

In den letzten Jahren wurde u. a. auch die Analyse des Agrarökosystems und die Entwicklung umweltschonender Produktionsverfahren gefördert. In interdisziplinären Forschungsvorhaben werden Wissenschaftler aus verschiedenen Instituten und zunehmend sehr häufig aus verschiedenen Fakultäten zur gemeinsamen Forschung zusammengeführt. Da an den Arbeiten neben Wissenschaftlern und technischen Mitarbeitern auch Studierende beteiligt sind, wirken solche Forschungsschwerpunkte weit in die Lehre hinein. Durch eine Übertragung der ermittelten leistungsbezogenen Parameter sowie der Faktoren der inneren Regelkreisläufe und der externen Effekte in Modellansätze, kann eine Simulation komplexer Prozesse und Systemzustände durchgeführt werden. Das ermöglicht schließlich eine quantitative Beschreibung der Wechselbeziehungen zwischen Produktionsintensität und ökologischen Belangen. Mehrere Institute aus dem Bereich der Pflanzenproduktion waren auch an dem Schwerpunkt Ökosystemforschung »Bornhöveder Seenkette« beteiligt. Die Fakultät war hier in einen Forschungsbereich eingebunden, der nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten der Europäischen Union unter der Überschrift »Erhaltung und Entwicklung von multifunktionalen Agrarlandschaften« vorangetrieben wurde. Durch Einwerbung von Drittmitteln sowie durch Umwidmung und Umschichtung von Personal und von Forschungskapazitäten wurde ein stark ökologisch orientierter Schwerpunkt in Forschung und Lehre aufgebaut und das Pflichtwahlfach „Ökologischer Landbau” eingerichtet.

Ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der Pflanzenproduktion wurde mit der Biotechnologie entwickelt. Dass diese Disziplin mit offensichtlich großer Zukunftsbedeutung von vielen Menschen immer noch mit starker Zurückhaltung angesehen wird, ist vor allem auf die noch weit verbreitete Unkenntnis der positiven Möglichkeiten und eine mehr gefühlsmäßige Abschätzung möglicher Gefahren zurückzuführen. Dies kann sich in diesen Zeiten der Corona-Pandemie und der zeitnahen molekular entwickelten Impfstoffe zum Nutzen der Menschheit zukünftig ändern.

Die biotechnologische Forschung unserer Fakultät wird zunächst auf den Gebieten der Pflanzenzüchtung und der Phytopathologie durchgeführt. Auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung konzentriert sie sich auf die molekulare Genomanalyse bei Nutzpflanzen. In enger Kooperation mit mittelständischen Pflanzenzuchtunternehmen werden molekulare Marker als Selektionshilfe für die Züchtung isoliert. So können züchterisch wertvolle Gene kloniert und in Nutzpflanzen übertragen werden. Schwerpunktmäßig werden Pathogen-Resistenzen bearbeitet, beispielsweise Resistenzen gegen Nematoden und pilzliche Krankheitserreger an Zuckerrüben und Gerste. Auf dem Gebiet der Phytopathologie ist die biotechnologische Forschung auf mittlerweile vier Schwerpunkte ausgerichtet. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit cytologischen, biochemischen und molekularbiologischen Vorgängen, die bei Befall durch pflanzenparasitäre Zystennematoden in anfälligen und resistenten Wirtspflanzen ausgelöst werden. Der zweite Schwerpunkt konzentrierte sich auf die großtechnische Massenproduktion insektenpathogener Nematoden für die biologische Bekämpfung von Schadinsekten im Boden.

Nutztierwissenschaften

Die Nutztierwissenschaften werden an der AEF durch sechs Fachdisziplinen an zwei Instituten vertreten
Im Institut für Tierzucht und Tierhaltung finden Sie folgende Schwerpunkte:

  • Tierhaltung
  • Tierzucht
  • Tiergesundheit und
  • Marine Aquakultur

 

Am Institut für Tierernährung und Stoffwechselphysiologie finden Sie folgende Fachgebiete:

  • Stoffwechselphysiologie und 
  • Tierernährung.

Die genannten Fachdisziplinen bestreiten vielfältige grundlegende und vertiefende Lehrveranstaltungen im Bachelor- und Masterstudium an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät.

Es werden dabei sowohl die produktionstechnischen, genetischen, tierernährerischen, futtermittelkundlichen und physiologischen Grundlagen als auch Haltungsverfahren, Aspekte der Tiergesundheit und züchterische Konzepte aller wichtiger Nutztierarten einschließlich der Arten in der Aquakultur vermittelt. Eine immer stärkere Rolle nehmen dabei auch in der Lehre das Tierwohl, die Nachhaltigkeit der tierischen Erzeugung, das Tiergesundheitsmanagement sowie Umweltwirkungen und Resilienz ein. Die im Bereich Nutztierwissenschaften angebotenen Module beinhalten das Grundlagenwissen als auch vertiefendes Spezialwissen in allen Disziplinen.

Agrarökonomie und Agribusiness

Die Fachrichtung Agrarökonomie und Agribusiness setzt sich aus den Kernfächern Agrarpolitik, landwirtschaftliche Marktlehre, landwirtschaftliche Betriebslehre, Agrarmarketing und Agribusiness Management zusammen. Die beiden erstgenannten Fächer haben eine volkswirtschaftliche Ausrichtung. Landwirtschaftliche Betriebslehre sowie Agrarmarketing und Agribusiness haben ihre methodische Fundierung dagegen in der Betriebswirtschaftslehre. Im Gegensatz zum Studium der (reinen) Volks- oder Betriebswirtschaftslehre ist das Studium der Agrarökonomie interdisziplinär angelegt. Es stellt die wirtschaftswissenschaftliche Komponente des interdisziplinären Studiums der Agrarwissenschaften dar, welches alle Disziplinen umfasst, die sich mit der ökonomischen und ökologischen Nutzung des Bodens durch Pflanzenbau und Tierhaltung befassen. Ohne grundlegende Kenntnisse der naturwissenschaftlichen Grundlagen und der produktionstechnischen Gegebenheiten der landwirtschaftlichen Produktion lassen sich ökonomische Betrachtungen kaum anstellen. Dies gilt insbesondere für betriebswirtschaftliche Fragestellungen: Wie soll man eine Fruchtfolge optimieren, wenn man die agronomischen Regeln der Fruchtfolgegestaltung nicht kennt? Wie will man eine Futterration optimieren, wenn man nicht grundlegende Kenntnisse der Tierernährung hat? Wie soll man die Wirtschaftlichkeit der Investition in eine Biogasanlage beurteilen, wenn man nicht weiß, wie eine Biogasanlage funktioniert und aus welchen Bauteilen sie besteht? Oder anders ausgedrückt: Agrarökonomen wissen, worüber sie reden. I

Enge Verbindungslinien gibt es nicht nur zwischen den ökonomischen und naturwissenschaftlichen Studieninhalten, sondern auch zwischen den einzelnen agrarökonomischen Kernfächern. So etwa zwischen den Fächern Agrarpolitik und landwirtschaftlicher Betriebslehre: Wie wirken sich Reformen der Agrarpolitik oder Änderungen in der Umweltgesetzgebung auf das Einkommen von landwirtschaftlichen Betrieben aus? Und wie sollten landwirtschaftliche Unternehmer auf solche Politikänderungen reagieren? Bis Mitte der 1990er Jahre bestand Agrarpolitik zu großen Teilen aus der staatlichen Regulierung von Agrarmärkten, etwa durch Interventionskäufe, Importabschöpfungen und Exportsubventionen. Zu jener Zeit gab es dementsprechend enge Verbindungslinien zwischen den beiden Kernfächern Agrarpolitik und landwirtschaftliche Marktlehre.

Die Dozenten der Fachrichtung Agrarökonomie legen daher großen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung komplexer Zusammenhänge – ganzheitlich im Sinne eines Ansatzes, der sowohl die naturwissenschaftliche und die ökonomische Dimension als auch die Kernfächer der Agrarökonomie miteinander verbindet. Denn die Probleme des Agrarsektors und die damit verbundenen Forschungsfragen sind so komplex, dass sie nur mit ganzheitlichen, disziplinenübergreifenden Ansätzen gelöst werden können.

Das Studium in der Fachrichtung Agrarökonomie hat sich mit der Bologna-Reform geändert. Dies betrifft nicht nur die Studiendauer, die sich von 8 Semestern Regelstudienzeit zum Diplom auf 10 Semester zum Masterabschluss verlängert hat. Es betrifft auch den didaktischen Aufbau des Studiums, und hier insbesondere die zeitliche Abfolge von Lehreinheiten, die in erster Linie fachspezifische Methodenkenntnisse vermitteln, und solchen, die auf die Ausbildung von Anwendungskompetenzen abzielen. Im Diplomstudiengang stand in den ersten Semestern des agrarökonomischen Vertiefungsstudiums die Vermittlung von Theorie und fachspezifischen Methodenkenntnissen im Vordergrund, während in den späteren Semestern die Anwendungen folgten. Dieses Modell war in sich konsistent in einem eingliedrigen Studiengang, an dessen Ende die Berufsbefähigung erreicht werden sollte (und auch erreicht wurde). Dieses Modell ließ sich aber nicht eins zu eins auf die zweigliedrigen, konsekutiven Studiengänge übertragen. Vielmehr musste sichergestellt werden, dass bereits nach Abschluss des sechssemestrigen Bachelorstudiengangs die Absolventen die „Arbeitsmarktreife“ erlangen. Dies erforderte eine Umgestaltung des Studiums in der Weise, dass Theorie- und Methodenkenntnisse sowie Anwendungskompetenzen gemeinsam vermittelt werden. Die Integration der unterschiedlichen Teilkompetenzen im Bachelorstudium stand also im Vordergrund. Ein Beispiel für eine rein auf Anwendungskompetenz setzende Lehreinheit ist das Modul „Praktische Betriebsplanung“, das im letzten Semester des Bachelorstudiums angeboten wird. In diesem Modul erarbeiten die Studierenden in Kleingruppen unter enger Betreuung Betriebsentwicklungspläne für (ihre eigenen) landwirtschaftliche Betriebe. Gegen Ende des Semesters werden die Pläne mit den Kommilitonen/innen und im Beisein des Betriebsleiters und Beraters kritisch diskutiert und auf ihre praktische Umsetzbarkeit geprüft.

Das Masterstudium konzentriert sich stärker als das Diplom auf die Vermittlung von vertieften fachspezifischen Methoden. Durch die Verlängerung der Studienzeit um zwei Semester (siehe oben) gibt es im Masterstudium mehr Raum für die Vermittlung von Kenntnissen einschlägiger Forschungsmethoden für wissenschaftlich anspruchsvolle Masterarbeiten. So erlangen Masterarbeiten in der Agrarökonomie oftmals ein Niveau, welches eine wissenschaftliche Publikation ermöglicht. Dies ist zumindest der Anspruch, der von den Lehrenden kommuniziert wird. Gute Masterarbeiten finden ihren publizistischen Niederschlag zuweilen in den einschlägigen landwirtschaftlichen Fachzeitschriften.

Die Lehrinhalte der agrarökonomischen Vertiefungsrichtung haben sich stets an den aktuellen Fragestellungen des Agrar- und Ernährungssektors orientiert und sich dementsprechend im Zeitablauf verändert. Lehre erfolgt aber nicht nur im Kontext aktueller Entwicklungen, sondern ändert sich auch mit der Neu- bzw. Wiederbesetzung von Professuren. So sind mit der Besetzung der im Jahre 2011 eingerichteten Stiftungsprofessur „Ökonomie der Milch- und Ernährungswirtschaft“ zahlreiche neue Lehrveranstaltungen in diesem Themenbereich ins Leben gerufen worden.

Viele Lehrveranstaltungen der Fachrichtung Agrarökonomie / Agribusiness lassen sich als Querschnittsfächer charakterisieren. Sie sind für Studierende andere Fachrichtungen ebenso von Interesse wie für die Studierenden der agrarökonomischen Fachrichtung selbst. So strahlen insbesondere die Vorlesungen im Bereich der Milchökonomie und der landwirtschaftlichen Betriebslehre weit in die Fakultät aus. Das Modul „Dairy Economics: Production and Processing“ bildet gar ein Kernmodul im neu ins Leben gerufenen englischsprachigen „Master of Dairy Science“. 

Mit der zunehmenden Internationalisierung der CAU und der Studiengänge wurden mehr und mehr Lehrveranstaltungen im Master auf die englische Sprache umgestellt. Dies ermöglicht nicht nur das Angebot der entsprechenden Module in den englischsprachigen Studiengängen der Fakultät, sondern auch den erleichterten Zugang von Studierenden unserer Erasmus-Partneruniversitäten.

Umweltwissenschaften

Im Jahr 2003 wurde die Fachrichtung grundlegend umstrukturiert und wird seither als Fachrichtung Umweltwissenschaften im Bachelor- und Masterstudium an der Fakultät angeboten. Zielsetzung ist die interdisziplinäre Ausbildung der Studierenden im Rahmen der Agrarwissenschaften zur Analyse und dem Management umweltrelevanter Prozesse im ländlichen Raum. Maßgeblich beteiligt sind dabei das Institut für Natur- und Ressourcenschutz, das Ökologiezentrum bis zu seiner Auflösung im Jahr 2010, die Professur für Bodenkunde, die Professur für Acker- und Pflanzenbau, die Professur für Grünland, Futterbau und ökologischen Landbau und die Professur für Betriebslehre und landwirtschaftliche Produktionsökonomie. Im Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften werden in Weiterentwicklung der Vorläuferfachrichtung vier Kernfächer mit je zwei Modulen angebote:

  • Boden- und Grundwasserschutz (Module Bodenkunde und Hydrologie; Schutz und Belastung von Böden)

  • Ökologie und Ökosystemschutz (Tier- und Vegetationsökologie; Arten- und Biotopschutz)

  • Landwirtschaft und Gewässerschutz (Landnutzungssysteme und Ressourcenschutz; Belastung und Schutz von Gewässern)

  • Analyse und Planung ländlicher Räume (landwirtschaftliche Umweltökonomie und Planung; Einführung in die räumliche Analyse)

Den Studierenden werden im Bachelor Umweltwissenschaften Kenntnisse chemischer und physikalischer Belastungen von Böden und Grundlagen in Grundwasser und Klimatologie vermittelt, um sowohl die aktuelle Belastung von Wasser und Boden als auch Aspekte der Agrarmeteorologie und des Klimawandels einschätzen zu können. Sie sollen fundierte Kenntnisse in der Vegetation Mitteleuropas vermittelt bekommen und vegetations-  und tierökologisches Verständnis entwickeln, um sich komplexen Fragen des Biotopschutzes und der Renaturierung widmen zu können. Sie erlernen Grundlagen zu landwirtschaftlichen Nutzungssystemen und dem Ressourcenschutz im Zusammenhang mit landwirtschaftlicher Produktion, um unter Berücksichtigung agrarökologischer Prinzipien zur Entwicklung ökologisch intensivierter und damit nachhaltiger Agrarökosysteme beitragen zu können. Sie lernen Eintragspfade von Agrochemikalien in Gewässer kennen und Managementstrategien zu einem nachhaltigen Gewässerschutz. Schließlich gehören auch Methoden der räumlichen Analyse (Geographische Informationssysteme) und landwirtschaftliche Umweltökonomie und Planung zum Lehrplan.

Im Master Umweltwissenschaften werden Prozesse in Böden und Stoff- und Enrergieflüsse in landwirtschaftlichen Systemen vertieft. In Hydrometrie, Bodenkunde und Landschaftsökologie stehen Messverfahren zur Quantizierung von Prozessen und Landschaftsfunktionen im Zentrum der Lehrveranstaltungen. Diese werden von den Studierenden dann selbständig in forschendem Lernen im gemeinsamen Studienprojekt angewendet, Umweltdaten interpretiert und interdisziplinär ausgewertet. Modellierung und Statistik von natürlichen Systemen ist stärker im Lehrinhalt verankert worden und wird bei der Entwicklung interdisziplinärer Strategien zum Management von Flusseinzugsgebieten, Agrarökosystemen und Naturschutzzielen zur Anwendung gebracht. Ein enger Austausch besteht zu den englischsprachigen Masterprogrammen durch die gemeinsame Nutzung von Modulen. Englische Fachsprache wird durch die Zusammenarbeit in interdisziplinären, international besetzten Kleingruppen gefestigt und die Ausrichtung der Fachrichtungsinhalte auf Problemstellungen von internationaler Bedeutung wird befördert. Besonders eng verbunden sind die in Zusammenarbeit mit dem Ökologiezentrum entstandenen internationalen Masterstudiengänge Environmental Management (seit 2004) und die beiden EU-geförderten Erasmus Mundus Studiengänge Applied Ecology (IMAE seit 2010) und Ecohydrology (2009 bis 2019), deren Module auch von den Studierenden des deutschsprachigen Master Umweltwissenschaften sehr gut besucht werden und wurden. Forschendes Lernen wird frühzeitig gefördert und die Eigenständigkeit der Studierenden in Gruppenarbeit, Praktika, Projekten und Exkursionen entwickelt, um sie für wissenschaftliches Arbeiten und die Berufspraxis vorzubereiten. Die Fachrichtung Umweltwissenschaften erfreut sich bei den Studierenden und auch bei Stipendiaten des Erasmusprogramms der EU durchgägngig großer Beliebtheit und hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten gut etabliert und sehr stark international ausgerichtet.

Im Kanon mit den traditionellen Fachrichtungen der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät (AEF) der CAU zu Kiel steht die Fachrichtung Umweltwissenschaften der AEF der CAU zu Kiel für eine multidisziplinäre, prozessbasierte Entwicklung nachhaltiger Agrarsysteme.

 

 

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