Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fakultät

„RESSOURCHENSCHONENDE LANDWIRTSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG UND GESUNDHEIT“

Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät (gegründet 1946) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bietet mit den Abschlüssen Bachelor of Science (B.Sc.) und Master of Science (M.Sc.) eine wissenschaftliche Ausbildung, die gleichermaßen grundlagen- und anwendungsorientiert ist. Die Verbindung von Agrar- und Ernährungswissenschaften unter einem Dach ermöglicht im Studium eine ganzheitliche Analyse der Nahrungsmittelproduktion in der Produktionskette: Von der Urproduktion mit der Bewertung der Umweltwirkungen von Landnutzungssytemen über das Agribusiness und die Lebensmittelverarbeitung bis zur gesundheitlichen Bewertung eines Lebensmittels ("food chain analysis").

Die Struktur der Studiengänge sichert eine breite, anwendungsoriente Ausbildung im Bachelorprogramm (BSc Agrarwissenschaften und BSc Ökotrophologie, sechs Semester) und eine stärker wissenschaftliche Ausbildung im Masterprogramm (MSc Agrarwissenschaften und MSc Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften/MSc Ernährungs- und Verbraucherökonomie, vier Semester), durch welche die Absolventinnen und Absolventen zielgerichtet auf die Anforderungen im zukünftigen Berufsfeld vorbereitet werden.

Neuen Herausforderungen in den Bereichen Biotechnologie, Umwelt, Agribusiness, Ernährung und Gesundheit stellt sich die Fakultät mit erweiterten Angeboten in der Lehre: MSc Environmental Management , MSc Applied Ecology und MSc Ecohydrology (gemeinsam mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, 4 Semester),  MSc AgriGenomics (4 Semester) und MSc Dairy Science (4 Semester).

Der Komplex „Milch“ wird speziell für die norddeutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft in Zukunft eine deutlich steigende Bedeutung erfahren. Die weltweite Nachfrage weist Norddeutschland als einen ausgesprochenen Gunststandort der Milcherzeugung aus. Die A&E-Fakultät sichert mit dem Abschluss M.Sc. Dairy Science ein Alleinstellungsmerkmal im Masterstudienangebot in Deutschland. Der Studiengang wird englischsprachig angeboten und ersetzt ab WS 2017/18 das bisherige Zusatzzertifikat Milcherzeugung innerhalb des Studiengangs Agrarwissenschaften der CAU Kiel. Die Fakultät ist mit Unternehmen der Milchindustrie gut vernetzt, weist also eine entsprechende Infrastruktur auch zu potentiellen Arbeitgebern auf. Das Profil der Absolventen bietet breiten Raum für verschiedenste berufliche Optionen, die je nach Schwerpunktsetzung von der Umweltberatung über die Futtermittelindustrie, Agrartechnik, Zuchtunternehmen, die Betriebsberatung bis hin zur Ernährungsindustrie reichen. Durch die internationale und nationale Vernetzung kann die Fakultät eine exzellente Expertise im Bereich Milcherzeugung anbieten, die die Attraktivität für zusätzliche Studierende aus dem Inland und aufgrund des Angebots in englischer Sprache auch aus dem Ausland deutlich erhöhen dürfte. Es ist davon auszugehen, dass der A&E-Standort Kiel damit im nationalen und internationalen Vergleich gestärkt wird. Diese Spezialisierung ist einmalig an deutschen Hochschulen und bündelt das Fachwissen der Kieler Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät mit dem des Max-Rubner-Instituts (MRI), Standort Kiel, dem Julius Kühn-Institut (JKI), und dem Dairy Reseach Center Kiel.

Eine Übersicht über die aktuellen Forschungsarbeiten finden Sie hier.

 

Nutzpflanzenwissenschaften

Die Institute der Nutzpflanzenwissenschaften beschäftigen sich in Forschung und Lehre intensiv mit Grundlagen der pflanzlichen Produktion und praxisrelevanten Fragestellungen. Das Studium der Pflanzenproduktion vermittelt sowohl konventionelle Produktionsverfahren als auch ökologisch orientierte Landbauformen. Der Bereich Pflanzenzüchtung stellt neben traditionellen Selektionsverfahren die aktuellsten biotechnologischen Züchtungsmethoden vor. Im Fachgebiet Pflanzenernährung beschäftigen sich die Studierenden mit aktuellen Fragen der Düngung, der Ernährungsphysiologie der Pflanzen und der Produktqualität und lernen ökologische Aspekte der Pflanzenernährung kennen. Die Bodenkunde vermittelt neben den Grundlagen der Bodensystematik detailliertes Wissen in der Bodenphysik und -chemie. Die landwirtschaftliche Verfahrenstechnik stellt aktuelle Entwicklungen in der Agrartechnik vor. Das Institut für Phytopathologie erforscht Schaderreger, Schädlinge, Unkräuter sowie Schadschwellenkonzepte, konventionelle und biologische Bekämpfungsstrategien.

Nutztierwissenschaften

DAS KNOW-HOW der Nutztierwissenschaft modernisiert das Farm-Management und liefert Consulting-Dienstleistern Impulse für eine moderne Landwirtschaft. Die Sicherung und Optimierung der Lebensmittelqualität steht dabei immer im Vordergrund. Neben der Züchtung und Primärproduktion hat die Nutztierforschung auch die nachgelagerte Verarbeitungsin dustrie im Blick. Hier gilt es, marktgerechte innovative Technologien zu entwickeln und die Lösung von Umweltproblemen gleich damit zu verbinden. Die Konzeption von Controlling-Instrumenten für Landwirtschaftsunternehmern und Lebensmittelherstellung eröffnen Absolventen weitere Aufgaben. Kommunikationsorientierte Teamarbeit prägt das Fachgebiet - schon während der Ausbildung. Studierende der Nutztierwissenschaft initiieren fachübergreifende Projekte und begleiten deren Umsetzung in die Praxis.

EIN ABSCHLUSS im Fachbereich Nutztierwissenschaft eröffnet vielfältige Berufsfelder in Politik, Verwaltung, Forschung, Consulting und Farm-Management. Eine breit gefächerte naturwissenschaftliche Ausbildung mit anwendungsorientiertem Schwerpunkt und fundierten ökonomischen Grundlagen ermöglicht auch außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors eine Karriere als Führungskraft. Das Studium in Kiel bietet Flexibilität und Spezialisierungsmöglichkeiten in kleinen Arbeitsgruppen bei engagierter Betreuung. Ver­ suchsbetriebe für Rinder und Schweine garantieren Praxisbezug. Die Kieler Institute der Nutztierwissenschaft zählen zu den forschungsaktivsten Europas. Seit dem Wintersemester 2005/06 wird in Zusammenarbeit mit dem Max-Rubner-Institut in Kiel ein neuer Studienschwerpunkt »Milcherzeugung« angeboten, in dem sich Studierende für das Management in Milcherzeugung und -verarbeitung qualifizieren können.

Agrarökonomie und Agribusiness

ANGEWANDTE ÖKONOMISCHE FRAGESTELLUNGEN im Bereich der Produktion, des Handels und der Vermarktung von landwirtschaftlichen Rohstoffen und Lebensmitteln stellen wesentliche Beschäftigungsfelder in der Agrarökonomie und im Agribusiness dar. Darüber hinaus wird der Analyse und Bewertung von politischen Rahmenbedingungen in diesem Bereich ein besonderer Raum gewidmet. Betriebs- und volkswirtschaftliche, statistische und sektorspezifische Theorien, Fakten und Methoden bilden die Grundlage der angewandten ökonomischen Ausbildung, die neben Theorie auch einen starken Praxisbezug besitzt. Bundesweit ist die Kieler Universität eine der wenigen, die sich mit diesem Teilbereich landwirtschaftsbezogener Wissenschaften beschäftigt. Studierende sollen nicht nur öko­ nomische Modelle verstehen, sondern auch anhand empirischer Untersuchungen deren Nutzen im täglichen Leben prüfen und erfahren können. Das Strukturieren und Lösen von angewandten ökonomischen Problemstellungen ist das wichtigste Lernziel und gleichzeitig die Schlüsselqualifikation für den späteren Erfolg im Beruf. Eine hohe Betreuungsintensität und das Studieren in kleinen Gruppen fördern überdies die soziale Kompetenz und Team­ fähigkeit.

DIE STUDIENABSCHLÜSSE Agrarökonomie und Agribusiness bilden exzellente Vor­aussetzungen für eine Betriebsleiter- oder Managementkarriere im Agrarsektor und in der Ernährungsindustrie sowie im Bereich der Administration (z.B. Ministerien oder EU-Verwaltung) und der Politikberatung. Daneben beweisen sich Studierende der Agrarökonomie und des Agribusiness auch in anderen Wirtschaftsbereichen, z.B. in Banken oder Consulting­ firmen. Studierende der Agrarökonomie können in Kiel ihr Studium sehr flexibel gestalten und profitieren von kleinen Arbeitsgruppen, in denen sie ihr Wissen vertiefen. Häufig entstehen dabei schon direkte Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern. Die Kieler Agrarökonomie zählt zu den besten agrarökonomischen Instituten in Europa.

ABSOLVENTEN des Faches mit Bachelorabschluss steigen häufig als Trainees ins Berufsleben ein. Sie können sich aber auch in einem Masterprogramm für Führungsaufgaben oder eine Tätigkeit in der Forschung spezialisieren.

Umweltwissenschaften

UNSERE KULTURLANDSCHAFT ist von der Landwirtschaft geprägt: Wie kann man die Natur auch weiterhin ökologisch vertretbar und ökonomisch sinnvoll nutzen - und sie gleichzeitig als Lebensraum erhalten? Das Fachgebiet Umweltwissenschaften oder Agrarlandschaften beschäftigt sich damit, diese Anforderungen in Einklang zu bringen und die nachhaltige Res­sourcenschonung für Mensch, Tier und Pflanze zu gestalten und zu sichern. Interdisziplinär vernetztes Wissen ist dabei ebenso wichtig wie das Vorantreiben von Kooperationen zwischen verschiedenen Interessengruppen im Agrarsektor: Ministerien, Landwirtschaftskammern, Landesämter für Natur- und Umweltschutz sowie Forschungseinrichtungen. Dass dabei Landesgrenzen überschritten werden und die EU-Administration eine große Rolle spielt, versteht sich von selbst. Auch in der Entwicklungshilfe und in Landschaftsplanungsbüros eröffnen sich Tätigkeitsfelder für Absolventen des Faches.

AN DEN NATURWISSENSCHAFTEN kommt man im Studium nicht vorbei: Die Bodenkunde vermittelt detailliertes Wissen in der Bodenphysik, -chemie, Bodennutzung und Bodenökologie. In der Landschaftsökologie stehen Grundlagen der Agrar-, Vegetations- und Tierökologie auf dem Programm. An konkreten Fallbeispielen üben Studierende im Rahmen des Studienprojekts und ergänzender Praktika den Umgang mit interdisziplinären, umwelt-relevanten Fragestellungen. Die Wasserwirtschaft erläutert den Landschaftswasser­ und Stoffhaushalt, dessen Modellierung und die Verwendung geografischer Informationssysteme zur räumlichen Analyse und zum Management von Flussgebieten. Ackerbau und Grünlandwirtschaft beschäftigen sich mit standortgerechter agrarischer Landnutzung und der Pflanzenproduktion im ökologischen Landbau. Planerische und ökonomische Aspekte des nachhaltigen Umweltmanagements runden das Bild ab.

Ziel des Master-Programs ENVIRONMENTAL MANAGEMENT ist die Ausbildung von Studierenden, die in der Lage sind in transdisziplinären Arbeitsgruppen zur Lösung von Fragen des Managements natürlicher Ressourcen beizutragen oder diese zu leiten. Die Studierenden verfügen nach Abschluss des Studium über Schlüsselkompetenzen, die sie zur projektorientierten Bearbeitung von komplexen interdisziplinären Problemstellungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene sowohl in der freien Wirtschaft als auch bei der öffentlichen Hand befähigen.

Ernährungswissenschaften

ERNÄHRUNG UND GESUNDHEIT hängen denkbar eng zusammen. Als Forscher spüren Ökotrophologen an der Schnittstelle zur Medizin ernährungsbedingte Krankheiten auf. Als Diät- und Ernährungsberater sind sie im Dienstleistungssektor tätig und geben Hilfestellung im Alltag - wobei sich die Beratertätigkeit häufig auch auf die Bereiche Verbrauch und Energie erstreckt.

Natürlich liegt die Entwicklung neuer Produkte im Food-Sektor ebenfalls maßgeblich in den Händen der Ernährungswissenschaftler, denn sie verbinden Forschungsergebnisse mit den Anforderungen industrieller Lebensmittelproduktion und behalten die Qualitätssicherung im Blick. Um Fragen der Lebensmittelqualität kümmern sich Ökotrophologen auch die Verbänden und öffentlichen Organisationen.

IM STUDIUM befasst sich die Ernährungslehre mit der Beurteilung des Essverhaltens, des Ernährungszustands, des Nährstoffbedarfs, des individuellen Energieverbrauchs sowie mit der Ernährung als Krankheitsvorsorge. Lebensmittelkundler prüfen sowohl die Produktqualität als auch Fragen der Lebensmittelhygiene und des Lebensmittelrechts. In der Lebensmitteltechnologie setzen sich Studierende unter anderem mit der Entwicklung von neuen Produkten und gen- und biotechnologischen Verfahren auseinander. Zusätzlich nutzen sie das Lehrangebot der Fachrichtung Haushalts- und Ernährungsökonomik. In allen Fächern profitieren die Studierenden von der intensiven Betreuung durch ihre Mentoren.

Die VIELFÄLTIGEN TÄTIGKEITSFELDER für Ernährungwissenschaftler in Industrie, Forschung, Verbänden und Interessenvertretungen beschränken sich nicht nur auf den deutschen Arbeitsmarkt. Auch Positionen in internationalen Organisationen sind als Berufsziel denkbar.

Ernährungs- und Verbraucherökonomie

LEBENSMITTEL stehen in der Ernährungs­ und Verbraucherökonomie im Zentrum, doch im Unterschied zur Ernährungswissenschaft richtet diese Fachrichtung ihr Augenmerk stärker auf den Industrie- und Verbrauchersektor. Unternehmerisches Denken ist vor allem bei Produktentwicklung, -design und Qualitätssicherung gefragt. Sowohl in der selbständigen Unternehmertätigkeit als auch im Consulting kommt dabei das fachliche Know-how der Ernährungsökonomen zum Einsatz. Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist die Verbraucherberatung: Gesundheitswissen und Qualitätsbewusstsein zu vermitteln haben sich verschiedene Organisationen wie Krankenkassen und Verbraucherschützer auf ihre Fahnen geschrieben. Ernährungsökonomen vermitteln ihr Wissen außerdem in PR- und Marketing-Agenturen oder im Fachjournalismus. Auch international sind Beratungs- und Organisationstalent der Fachleute gefragt, so zum Beispiel bei der Durchführung von Programmen zur Armutsbekämpfung.

DIE STUDIENSCHWERPUNKTE Ernährungsökonomik, Marketing und Marktanalyse schulen die Studierenden in Funktionsweise und Charakteristika von Märkten. Aktuelle sozialpolitische Fragen stellen die Module zur Verbraucherökonomie, Sozialpolitik, Verbraucher- und Familien­ politik vor. In den lebensmittelbezogenen Ausbildungsmodulen lernen Studierende Herstellungsverfahren und Lebensmittelinhaltsstoffe kennen; Ernährungslehre und Gesundheitsökonomik informieren über die ökonomische Bewertung von Gesundheit sowie die Entstehung ernährungsabhängiger Erkrankungen und ihre Vermeidung.